Harald Kröners Arbeit konzentriert sich auf die Wahrnehmung und den Übergang zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, wo Farbe das Design beeinflusst und färbt, wo eine Linie in einen Rhythmus oder eine Musik verwandelt wird, wo die komplexe und überraschende Kombination von Elementen eine Harmonie schafft. Kröner spricht von Zeichnung und Collage als einem ständig wachsenden Ideenspeicher, einer Art Batterie, und so versuchen die Arbeiten der letzten Jahre, die als Titel fortlaufende K-Nummerierungen tragen, neuerdings die einzelnen bisher entstandenen Werkblöcke durch Querverweise miteinander zu verknüpfen und zu polyphonen Feldern von Erzählungen zu vernetzen. In diesen Zeichnungen verwendet der Künstler die unterschiedlichsten Materialkombinationen. Frühe Zeichnungen aus den 1990er Jahren werden in einigen der Lackarbeiten quasi eingeschmolzen. In Schmutzränder, die durch das Bemalen eines anderen Papiers stehen geblieben sind, werden kleinere Blätter eincollagiert. Sie werden so zu gestaffelten Rahmen. Er bringt ganze Seiten aus Kunstzeitschriften, aus denen er die Abbildungen entfernt hat, in die Collagen mit ein. Diese bezeichnet er als «stumm geschaltetes Diskurs-Echo», das er so zeichnerisch in einen neuen Kontext stellt. Kröners Findungen, unbestimmt und intermediär, ergeben ein Spannungsfeld von Andeutungen, das sich sperrig dem Diskurs entzieht. In der Verweigerung des eindeutig Sagbaren und der Bejahung des unvermeidbar Intimen ist Kröners Werk aktuell und auch politisch.
Biografie
- 1984–1990 Studium Kunstakademie Stuttgart bei Rudolf Schoofs
- 1994 Kunststiftung Baden-Württemberg
- 2002/03 Atelierstipendium Stiftung Bartels Fondation, Basel
- 2005/06 Cité Internationale des Arts, Paris
- 2006/07 Preisträger Wettbewerb Werk 07, Heide
Ausstellungen (Auswahl)
- 2023 tang / tongue Betriebswerk Heidelberg
- 2023 Kunstraum K634 Köln
- 2022 Kunstverein Germersheim
- 2023 Zeichnung 04 Bonn
- 2021 Kunstforum Weil der Stadt
- 2021 Kunstverein Nürtingen
- 2020 Alter Schlachthof Pforzheim
- 2021 Maquis Mami Wata, Mannheim
- 2020 Galerie Linda Treiber
- 2017 Galerie Rottloff Karlsruhe
- 2017 RAUSCH´N Kunstverein Pforzheim
- 2016 Gastmahl / Museum für Brotkultur, Ulm
- 2016 Knaus Fine Art, Frankfurt
- 2012 Galerie Christoph Abbühl Solothurn
- 2013 Städtische Galerie Pforzheim
- 2010 Kunsthalle Karlsruhe
- 2007 Institut francais de Stuttgart
- 2006 trésor, Kunstverein Pforzheim