Johannes Nagels Kunstwerke konzentrieren sich in erster Linie auf die Themen Improvisation, Vorläufigkeit und Transformation. Er arbeitet hauptsächlich mit Porzellan, einem Material, das für seine zarten und dennoch widerstandsfähigen Eigenschaften bekannt ist. Obwohl die meisten seiner Kreationen die Form von Gefässen haben, hinterfragen sie die mehrdeutige Beziehung zwischen Form und Funktion. Seine Arbeiten regen den Betrachter dazu an, die Grenzen beider Aspekte zu überdenken.
Johannes Nagels Ansatz besteht nicht darin, statische, makellose Objekte zu schaffen. Stattdessen existieren seine Werke als fortwährender Dialog zwischen Künstler, Material und Prozess – sie entwickeln sich ständig weiter und überraschen oft. Seine Gefässe erinnern sowohl an Konstruktion als auch an Zerstörung und verwischen die Grenzen zwischen Vollständigkeit und Unvollständigkeit. Manchmal erscheinen sie als fragmentierte oder entfremdete Formen, was das Gefühl der Vergänglichkeit und der ständigen Transformation in seiner kreativen Praxis verstärkt. Eine Besonderheit vieler Werke von Johannes Nagel ist seine innovative Sandgusstechnik, bei der er sich in Sand eingräbt, um Negativräume für den Porzellanguss zu schaffen. Dieser experimentelle Prozess unterstreicht den taktilen, handwerklichen Charakter seiner Arbeit, wobei jedes skulpturale Gefäss den direkten Abdruck seiner künstlerischen Bearbeitung trägt.
Biografie
- 1979 in Jena geboren
- 2001 Töpferausbildung bei Kinya Ishikawa in Val-David, PQ Kanada
- 2002–2008 Studium im Fachbereich Plastik/ Keramik bei Prof. Antje Scharfe, Karl Fulle und Martin Neubert an der HKD Burg Giebichenstein in Halle
- 2005–2006 Arbeitsaufenthalt im Shigaraki Ceramics Cultural Park, Shigaraki, Japan
- 2007 Studienaufenthalt an der Ohio University in Athens, Ohio, USA
- Seit 2008 Werkstatt/Atelier in Halle
- 2008 Diplom der Bildenden Kunst/Keramik an der HKD Burg Giebichenstein in Halle
- 2009 Graduiertenstipendium der HKD Burg Giebichenstein in Halle
- 2009 Scotish Arts Council Crafts Residency in Cove Park, Schottland